Offener Ganztag

 

Die offenen Ganztagsgrundschulen Erwin-Hegemann-Schule und Vinckeschule sowie die offenen Ganztage der Förderschulen Pestalozzischule und August-Hermann-Francke-Schule sind verlässliche Angebote für Schülerinnen und Schüler im Anschluss an den Unterricht, das...

  • die Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder in einem ganzheitlichen Zusammenhang erfasst
  • die Bildungsqualität erhöht
  • die Chancengleichheit für Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft fördert und
  • einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Berufstätigkeit der Eltern leistet.

 

Für insgesamt 148 Schülerinnen und Schüler wird an vier Standorten die Schule von 8.00 – 16.00 Uhr täglich zum Ort des Lebens und Lernens.

Neben der weiterhin großen Bedeutung der Familie als privatem Ort der Bildung und Erziehung, findet die Förderung unserer Kinder in immer stärkerem Maße in öffentlicher Erziehung statt.

Die bisher selbständig nebeneinander agierenden Systeme Schule und Jugendhilfe gestalten den offenen Ganztag im Primarbereich gemeinsam, mit dem Ziel, dass Schule familienunterstützend zu einem Ort von Erziehung- Förderung- Bildung und Betreuung wird.

Die Diakonie beteiligt sich an der Entwicklung und Verantwortung für das Konzept der offenen Ganztagsschule.

Unser  ganzheitlicher Ansatz nimmt das Kind als „Ganzes“ in den Blick mit seiner körperlichen und seelischen Entwicklung, mit seinen Neigungen, seinen Fähigkeiten, mit seinen Grenzen, mit seinem sozialen und familialen Hintergrund. Der ganzheitliche Ansatz beinhaltet das Zusammenspiel von „Herz, Hand und Verstand“ und meint erlebendes, lebendiges Lernen, bei dem das Kind mit Leib und Seele beteiligt ist.

Deshalb werden im Rahmen der pädagogischen Arbeit Angebote entwickelt, die alle Entwicklungsbereiche des Kindes in Kombination miteinander ansprechen (emotional, sozial, körperlich, kognitiv).

Des Weiteren gehen wir davon aus, dass die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes nur dann erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn die Erziehungs- und Bildungsmaßnahmen soweit wie möglich mit den Eltern abgestimmt werden.

Umsetzung in die Praxis

 

Die Umsetzung in die Praxis erfolgt im Wesentlichen durch die Methode der sozialen Gruppenarbeit, die darauf abzielt, die emotionalen, sozialen, kommunikativen und kognitiven Kompetenzen der Kinder zu fördern und zu stärken. Das Fachkonzept wird ergänzt durch ein Raumkonzept, das flexibel den jeweiligen Bedürfnissen angepasst werden kann und einen hohen Aufforderungscharakter zum Ziel hat.

Die Erzieherin übernimmt in der sozialen Gruppenarbeit vorwiegend die Rolle des Coach und des Moderators. Sie beobachtet die Kinder im Gruppenalltag, sei es beim Essen, bei den Hausaufgaben oder beim Spiel. Sie greift Themen und Interessen auf und schafft die Rahmenbedingungen und Anlässe, bei denen diese angemessen bearbeitet und umgesetzt werden können, zum Beispiel durch besondere Spielangebote, Projekte, AGs oder durch Absprachen mit der Schule. Sie setzt Impulse, stellt Möglichkeiten bereit und leitet an. Sie nimmt die Kinder mit in die Verantwortung und beteiligt sie an der Aufstellung von Regeln, der Gestaltung des Raumes und an der Ausrichtung von Projekten.

Zur Rolle der Erzieherin gehört auch, auf die Einhaltung der vereinbarten Regeln zu achten und Grenzen zu setzen. Konflikte in der Gruppe werden beobachtet. Finden die Kinder keine eigenen Lösungen, werden die Entstehung der Situation, die Interessen und die emotionalen Reaktionen der beteiligten Kinder im gemeinsamen Gespräch und/oder auch in Einzelgesprächen geklärt. Gemeinsam mit den beteiligten Kindern wird nach einem Lösungsweg gesucht. Um die Lerneffekte zu vertiefen, werden die Geschehnisse des Tages regelmäßig mit der Gesamtgruppe reflektiert.

Die Kinder lernen so im Miteinander und mit Hilfe der Erzieher/-innen, soziale Regeln zu verstehen und sich daran zu halten. Durch die Erfahrungen in und mit der Gruppe wird Schritt für Schritt eingeübt, Verantwortung für die eigenen Handlungsweisen zu übernehmen und sich selbst zu organisieren, aber auch dem Gegenüber mit Wertschätzung zu begegnen, unabhängig von Religion, Kultur oder Herkunft.

Erwin-Hegemann-Schule

Vinckeschule